Emil Hahn (1866–1946)

 

Biographie

 

Emil Hahn wurde am 28. Nov. 1866 in St. Gallen geboren.

Er war zunächst Urkundenkopist für Hermann Wartmann, den Herausgeber des «Urkundenbuchs der Abtei Sanct Gallen». Seit 1888 fand er auf Vermittlung von Wartmann eine Anstellung als Assistent an den damaligen Sammlungen des Historischen Vereins des Kantons St. Gallen (dem späteren Historischen Museum), die Dr. Emil Wild zugleich mit dem Direktorium des Gewerbemuseums von 1882 bis 1893 leitete.

Ab 1893 betreute Hahn als Konservator die Historischen Sammlungen. Dort baute er die Münzsammlung stark aus. Die Jahre seiner Tätigkeit sind die einzige Periode der Museumsgeschichte, in der für die Münzsammlung eine systematische Ankaufspolitik feststellbar ist. 1901 wurde Hahn an das Schweizerische Landesmuseum in Zürich als Kanzlist und bald danach als Leiter des Münzkabinetts berufen; dort war er bis zur Pensionierung 1929 tätig, in den letzten Jahren allerdings nicht mehr am Münzkabinett.

Seinen Lebensabend verbrachte Emil Hahn im Tessin, wo er am 6. August 1946 in Mendrisio verstarb.

Hahn, ein wissenschaftlicher Autodidakt im besten Sinne, der nie eine akademische Ausbildung genossen hatte, war ein hervorragender Kenner der schweizerischen Münz- und Medaillengeschichte, wovon zahlreiche, immer quellennahe Publikationen zeugen.

Wohl zwischen etwa 1890 und 1910 trug er umfangreiche Quellenexzerpte zur Münzgeschichte der Stadt St. Gallen zusammen; sie sind heute im Stadtarchiv (Vadiana) der Ortsbürgergemeinde St. Gallen aufbewahrt. Einiges davon floss – ohne nähere Quellenangaben – in die Einleitung zum Katalog der Münzen der Stadt St. Gallen von Adolf Iklé-Steinlin und Emil Hahn ein. Weitere Vorarbeiten zu St. Galler Themen zeigen, dass Hahn wohl an die Ausarbeitung zu einer Münzgeschichte dachte. Dazu kam es aber aus unbekannten Gründen nicht. Nach etwa 1925 stellte Hahn seine numismatische Publikationstätigkeit zudem ganz ein.

 

Veröffentlichungen (Auswahl)

 

Personen