Glossar

 

A

 

Abdruckzange. Abdrückzange? (vgl.: Pneumatische Abdrückzange Mat.-Nr. 6416 331 zum Anbringen der Gewichte mit getrennter Haltefeder jetzt auch für Bildschirmmaschinen in Verbindung mit Werkzeugschrank; siehe dazu: http://www.hofmann-ge.com/deutsch/news/produkte/news3.htm).
JoInv: 1 Abdrukhzängel (30: 27).

Abgang. Im Zuge der Metallverarbeitung auftretender Verlust; Materialverlust, Materialschwund (Grimm 1, 43; wenig treffend; Bastian 3, 223; Matzel etc. 3).
ReRB: Ich lazz in je an 40 markchen 1 lot fur den abgankch auf der smitt (252: 28)
BayR: Item für den abgang zu giessn XII. dn (41: b6); Item abschrot II. dn an der marck abgangk (41: b12)
WiNic: ze lon [...] LI dn mit dem abgang von der halben mark wegen (595: 20).

abgankch, siehe: Abgang

abgeet, siehe: Abgehen

Abgeführt. In schlechtem Zustand.
ErlNa: Weiln aber solche Verrustet und abgefuhrt (283: 15).

Abgehen. Im Zuge der Metallverarbeitung verloren gehen; fehlen (Grimm 1, 45; nicht treffend; Bastian 3, 223)
ReRB: man wigt den munizzern auf di smitt 40 markch und 1 lot, so gebent si herwider mir 40 markch; waz dez abget, daz get in an dem lon ab (248: 17); waz an dem giezzen abget, daz rait man daräuf, ye zu ainer march ... (248: 32)
BayR: ain gemischte marck in dem degl, daran get ab an ainer marck II. quintat in dem degl (41: a10); III. dn zu fürgewicht, daß man auf die schmitten an dem gewicht entpför gibt, daß es abget in der schmittn (41: b1)
WiNic: und ob in abget, so (595: 6); Und wan ir aynem abgeet bey IIII lotten (595: 7); und get in ab (595: 16); wan ain korn abgeet an XXXII tal (596: 25) (und: 595: 17).

abgeschrotn, siehe: Abschroten

abget, siehe: Abgehen

Abguß. ? Abfall vom Gießen? (vgl. Grimm 1, 52 s. v. Abgusz, hier nicht treffend).
PrInv: Weisgroschen Abguss eodem (21: 11); Claingroschen Abguss (21: 14).

abkürht. Abkürzen? Abkürnen? Abkörnen? (vgl. Grimm 11, 1823 s. v. Körnen 4 b).
JoInv: 1 eiserne Zang das man die Stückhlsilber damit abkürht (30: 48).

Ablang. Länglich (Grimm 1, 66).
FrInv: Drey Ableng kupfern Molten oder Becken (223: 22).

Ablöschen. Flüssigkeit in ein Gefäß mit heißem Inhalt geben.
WiNic: so lesch es ab mit ainem harn (600: 29).

Abschlagen. Einen Finger als Strafe.
RVerM: dem setzer sol amn den daum abslahen auf dem stokch in der münz an der rechten hand und dem slaher dasselb (98, §20: 3).

Abschöpflöffel. Gelochter Löffel zum Abschöpfen der getauchten Münzen (vgl. Grimm 12, 1121: Schöpflöffel).
PrInv: 1 Eisserner Löchterter Abschöpflöffl (24: 41).

abschroden, siehe: Abschrot

Abschrot. Metallabfall, der beim Zuschneiden der Schrötlinge anfällt (Schmeller 2, 613; Grimm 1,110; vgl. auch 15, 1773ff. s. v. Schrot; Bastian 3, 223; Matzel etc. 16).
ReRB: man wigt den munizzern auf di smitt 40 markch und 1 lot, so gebent si herwider mir 40 markch; waz dez abget, daz get in an dem lon ab. Und der abschröt lont man in nicht (248: 18); Der abschroden müs wir awch lonen (251: 13); Si habent mir versprochen, lüczzl abschrot ze machen; so han ich in gesait, machen si ir ze vil, ich leid sein nicht (252: 16); Vind ich icht under den abschroten, di ich doch behalten wil, daz sullen si mir stükchln und praitten, alz ez in di münisse gehort zu helbling, darumb daz ich der abschroten auch lon (252: 21, 22)
WiMR: Auch sullen sie [die schrotmaister] der abschrotn nicht zuuil machn vnd das auch die abschrotn vein sein vnd nicht mit kot (11: 35).
BayR: Item abschrot II. dn an der marck abgangk (41: b11)

Abschroten. Abschneiden, zuschneiden (vgl. Schmeller 2, 613 s. v. Abschrot; Grimm 1, 110).
WiMR: So werden pey 10 marck abgeschrotn (14: 34).

Abtreiben. Entfernen der nichtedlen Metalle aus einer Edelmetallprobe durch die Verwendung von Blei (Grimm 1, 142; Schrötter 5).
WiMR: der muß nemen von der muntz ein lot vnd mus das abtreyben (15: 40); So treib ab mit 17 lot pley (16: 1) (und: 16: 2-4).
WiNic: nem von der münss ain lot und munss das abtreyben, so vindt er es (599: 18); treybs ab mit [...] lot pley (599: 19-33).

Abtreten, Abtretung. Ausscheiden aus dem Dienst, aus dem Amt scheiden.
PrInv: nach Abtrettung des gvessnen Münczmaisters (20: 2).
JoInv: bey mein Johann Freystein Abtrett und Übergebung Herrn Dauid Könner (30: 15).

abtreyben, siehe: Abtreiben

Abwaschtrog. (Grimm 22, 784-785 s. v. Trog).
KrInv: Zwen abwaschtrög ode molter (217: 27)

Abzählen.
JoInv: Item ist in der fördern Stueben ein Repertorium, darinnen die Stöckh und Eisen von dem Janischen Erben erkauft, dabey ein Inventarium haben sich aber in Abzöhlen befunden in allem 59 Stöckh und 55 Obereisen. Item 8 Stöckh und 8 Obereisen, sickhet sich keines zuem andern (28: 45).

Abziehen.
WiNic: so seucht man in ab für ein lot XXXII dn (595: 6); so zewgt man yns ab an irem lot [recte: lon ?] (595: 16).

Abziehstube. Raum zum Umziehen (vgl. Grimm 1, 157, s. v. Abziehen).
JoInv: 1 Tischle in Abziehestüeble (31: 42).

Abzöhlen, siehe: Abzählen

achtail, siehe: Achtel

Achtel. Der achte Teil von etwas (Grimm 1, 167).
WiMR: Item das achttail 1 lot (16: 26) .
WiNic: munss, die zu dem achtail bestett (596: 14); achtail dez loz (600: 11).

Ächtering. Achtel eines Flüssigkeitsmaßes (Grimm 1, 170).
WiMR: 64 pfennig vmb zwo achterin maluasier (5: 20); 16 pfennig vmb ein halbe echtterin maluasier vnd 16 pfennig vmb ein frustuck (9: 39); eine halbe achtterin maluasier (13: 29).

Achtseitl, siehe: Seidel

Actum. Geschehen, getan, ausgefertigt, ausgestellt. Lat. Floskel zur Einleitung von Orts- und Datumsangabe an Anfang oder Ende eines Schriftstücks.
KrInv: Actum Cremnitz (209: 23).
SchafInv: Actum den 4. Augusti 1596 (208: 2)
BudInv: Actum Budtweis den 23. Novembris Ao 1611 (27: 25)
ErlNa: Actum Inn beysein Conradt Stutz ... (285: 11) (auch: 285: 17).

Agler, siehe: Aquileja

Ahmer. Almer? Kasten, Schrein (Grimm 1, 244).
BudInv: 1 Hülzerne Ahmer zu den Wagen (26: 1)

Ahornen, siehe: Tisch

ai-, siehe auch: Ei-

aingewechsleter, siehe: Einwechseln

Albus. Mittleres Silbermünznominal (Schrötter 18).
FrInv: Acht Preghämer zu Pfennigen und albus (223: 17).

Albusstock. Unterstempel zur Prägung der Albus.
FrInv: Drey newer albusstöck mit 7 gebrauchten Vorschlag-Obereyssen (223: 11).

Almer. Kasten, Schrank, Schrein (Grimm 1, 244; vgl. Schmeller 1, 67 f., s. v. Almaring).
WiMR: die marck und das korn als lang in seinem almar behaltn vntz (6: 7); [der Eysenhuter] sol auch albeg zwelff gute newe beraite eysen in seiner almar haben (7: 22); [der Eysenhuter] sol die eysen alle nacht in sein almar sperrn vnd chains hieuor lassen (12: 29) (und: 7: 31; 8: 15).
KrInv: ain almer in der wandt (213: 24); Ain klain geschlossen almerl zu den Chamer Registern (213: 36); Ain almer (214: 9); ain almer (216: 1); 1 Almer (216: 17)
PrInv: 1 Eingemauerte Almer (21: 57); 1 Hülczerne verschlossene Almer (24: 52).
JoInv: In der Almer bey des Schmitmaister Truehe (28: 11); In der Almer bey der Silberwaag (28: 18); Müntzeisen in ainer Almer bey dem Fenster in der fördern Ambtstuben (28: 25); 1 grose Almer mit 16 Schubladlein (29: 56); 1 grüne Almer (30: 34); 1 gemauerte Almer mit 5 Schubladen und drey Fachen, samt den löden mit Schlösern (31: 9).
Siehe auch: Giesalmer, Speisalmer

Alt.
Siehe: Amberg, Meißen, München, pankchart, Regensburg, Schwarzburger, Wien

Alteisen, siehe: Eisen

Altgroschen.
Siehe: Prag

Ambas, siehe: Amboß

Amber, Amberche, siehe: Amberg

Amberg. (Bastian 3, 239)
ReRB: ain chorn von Amberkch ist gerecht, ir get aber 26 an (1 lot) (249: 21); alt Amberger und Swarczburger, der 28 1 lot habent, der hat 1 markch 9 ½ lot 3 dn gwicht (249: 30); gar güt alt Amberger hat 1 markch 11 lot (249: 33); ½ lb 8 Amber (250: 10) (und: 250: 25; 251: 5)

Amberkch, siehe: Amberg

Amboß. Gegenstand, auf dem (Metall) gehämmert wird (Grimm 1, 277).
WiMR: dem schmid der die ampos vnd die Eysen zu der muntz macht (13: 32).
BrInv: XXV anebosz (108: a5).
KrInv: 45 Anbass (210: 9); anpass, ain klains anpossl (210: 35); Ain anpass mit aim stockh schär darbay 2 hamer (211: 21)
PrInv: 1 Ampas zum silberproben (23: 28); 1 Ampasslein und Hamer zu den Goltproben (23: 31); 5 Guete Anpas (23: 59); 1 Alter Anpas (23: 60).
SchafInv: 6 Amböss (208: 22)
FrInv: Zwen gar alter vntüglicher Ampos, so nit mehr zu gebrauchen (222: 14).
BudInv: ausser der sieben in die Ziesten eingeschlagenen Ampas (27: 20)
BarInv: 10 Ziesen, worunter 2 Ziesen, jede mit 2 Ambossen, die andere 8 haben eine jede nur einen Amboß (122: a5, a6)
ErlNa: Zween Ampos gewogen 3 C umb 12 fl (283: 27).
JoInv: 1 Polierter Ambos (30: 39); 1 Ambos (30: 53); 1 Ambos zum Silberdrengen (31: 22); 2 Ambas (31: 31).
Siehe auch: Breitamboß, Hornamboß, Münzamboß, Zainamboß

Ambt(-), siehe: Amt(-)

Ampas(slein), Ampos, siehe: Amboß

Amt. Münzamt, Anteil an der Münzerhausgenossenschaft.
ReRB: sullen mir mein herren daz ambt mit lehenherren hant in mein hannt pringen (247: 9).
Siehe auch: Münzamt

Amtleute. Personal der Münzstätte.
BayR: den vier ambtleuten, versucher, aufzieher, eysengraber, präger IIII. dn (41: b3)

Amtschreiber. Schreiber einer Verwaltungsbehörde.
JoInv: als Herrn Friedrich Schauben, Ambtschreibern (27: 10).

Amtsdekret. Amtliche Verlautbarung.
JoInv: auf vorgehendes Ihrer Kay. May. Oberambtsverwaldters des Edlen und Ehrnesten Herrn Johann Jacob Kütners Ambtsdecret (27: 7).

Amtstube. Büroraum.
JoInv: Müntzeisen in ainer Almer bey dem Fenster in der fördern Ambtstuben (28: 25).
Siehe auch: Münzamtstube

Amtswaage. Offizielle Waage?
PrInv: Die Ambtswag in einem versperten Kasten sambt 2 stockh gewichten (22: 31).

an. Ohne, weniger.
ReRB: 28 lb R an 4 dn (249: 39) (und: 250: 3, 8)

Anbass, siehe: Amboß

Anderthalb. Eineinhalb.
WiNic: zu anderthalben markch (596: 8).

anebosz, siehe: Amboß

Anfeuern. Das Feuer entzünden (Grimm 1, 330).
WiMR: geyt seinem chnecht ain groschen der anfewert (13: 10).

angeschlagen, siehe: Anschlagen

Anno. Lat. Formel: im Jahre. Verwendet bei Datierungen am Anfang oder Ende von Quellen.
BarInv: alhier zu Barby den 29. Januarij Ao. 1621 (122: a1)
ErlNa: den 10. Mart. Ao. 1624 (285: 14); Actum den 10. Martj Anno 1624 (285: 17)

anpas(s), anpossl, siehe: Amboß

Anschlagen. Veranschlagen, kalkulieren, wertmäßig ansetzen (Grimm 1, 443, 5).
EnsInv: Erstlihen angeschlagen (98: 5) (und: 98: 7, 8, 11, 18, 20, 22, 25, 29-37; 99: 2, 4-8, 25, 29, 34-36; 100: 17)
ErlNa: dem Jetzigen Wehrt nach geschazet unnd angeschlagen (283: 4) (auch: 283: 9, 22, 24, 32; 284: 12).

Anschlaghammer. Hammer zum (was?) Anschlagen.
JoInv: 1 Anschlaghammer (30: 51).

Antritt. Kleines Treppengestell, Trittbank, (Vor-)Stufe (Grimm 1, 507).
KrInv: ain antritt für ain beth (216: 3)

Antworten. Überantworten, übergeben.
RVerM: das ein setzer in der münz sein lot einem hausgenossen wider antwurtt (99, §21: 1).
WiMR: So antwurt man In dem Statrichter der richt In dann (7: 15); als das der versucher in den tegel dann geanttwurtt hat (12: 19).

Antworter. Beklagter vor Gericht (Grimm 1, 510).
WiMR: Es wer dann das der clager vnd der antwortter (7: 7).

Anwalt. Gewaltträger, Geschäftsträger, Sachwalter (Grimm 1, 513). Der für die Münzstätte Verantwortliche im Namen des Landesherrn.
WiMR: und wer in [stock] kaufft der geyt dem anwalt 2 pfund pfennig (5: 11); so setz in der anwalt zu maister (5: 14); wann der muntzmaister an der auffzal sitzt, So sol der anwalt neben Im sitzen (5: 28); so nymb der anwalt die marck in einen pecher (6: 5); Des anwalts Recht in der Muntz (8: 8); Des anwalts aid (10: 22); Jacobn Rachwein hubschreiber vnd anwalt in der muntz (15: 12) (und: 5: 13; 6: 10, 21, 28, 40; 7: 1, 31, 37; 8: 9, 15, 19, 20, 22, 23, 27, 30, 33, 36; 9: 2, 7, 8, 10, 13, 18, 25, 28, 30, 31, 32, 34, 36, 38; 10: 4, 5, 13, 15, 16, 18, 23; 11: 28; 13: 19, 24, 28; 14: 1, 7; 15: 23).
WiNic: [jeder hawsgenos ... phlichtig ist ze geben:] Dem anwalt (595: 30); dem anwalt an dem vierden guss (595: 40).

anwellsteckhl, siehe: Anwellstock

Anwellstock. Stock zur Anwelle. Anwelle ist die Auflage, auf der die Welle mit ihren Zapfen ruht (Grimm 1, 518, s. v. Anwelle).
EnsInv: ain messinges anwellsteckhl zu der träpankh angeschlagen pro fl -.45.- (99: 4).

Anzahl. Teilmenge (Grimm 1, 522).
KrInv: ain anzal fueder hew (211: 15)

anzeig, siehe: Anzeige

Anzeige. Mitteilung. Hinweis.
ErlNa: so uff Herrn Munzmeister von Furth anzeig (283: 13).

Ao., siehe: Anno

Aquileja.
WiNic: Agler (598: 17).

arbaiden, siehe: Arbeiten

arbais. Erbse (Grimm 1, 538 s. v. Arbeisz und 3, 739 s. v. Erbse).
KrInv: Ain viertl arbais (218: 5)

arbaitt(-), siehe: Arbeit(-)

Arbeiten. Arbeiten, Verarbeiten, bearbeiten.
ReRB: so gebent di werchläut der frawn, in der haws man arbaitt, von jedem werch 1 dn, so geit si hinwider di schrottucher (248: 27); hub an, dem Götz und auch mir zü arbaiden (251: 8); Wir geben im je von ainer march zü arbaiden 3 dn (251: 10); ich gib in von jeder markch 4 dn R ze arbaitten; da sullen si mir daz gelt umb arbaitten uncz an di stat (252: 14) (und: 252: 18, 19, 26, 27)
WiMR: ob er [der Eysengraber] ytweder vmb den lon nicht mer arbaiten wolt (7: 2); ainen andern suchn der gar gern vmb den lon arbait (7: 3); das die meister nicht ordentlich arbaitn (10: 13); wenn man arbait in der Muntz (10: 23); das sie das gelt setzen vnd arbaitn ainen pfennig als den anndern trewlich vnd angeuär (11: 22); In welcher maß sie [die zain] sich arbaiten wellen lassen (12: 8) (und: 10: 24).

Arbeiter. Nicht qualifizierter Arbeiter, Werkleute in der Münzstätte (Bastian 3, 225)
ReRB: Nota nü der arbaitter lon (248: 24); ez gebent di arbaitter der munizzer chnecht je von ainem werch 2 R, so gibt er in hin wider 2 Wienner (248: 25)
WiMR: welcher arbaiter in den obengeschribn stucken ains oder mer ubertritt (10: 34).

argenti, siehe: Silber

armb, siehe: Arm-

Armfeile. Schwere Feile mit grobem Hieb (Grimm 1, 558).
EnsInv: 54 gros und khlain armb, pockh und handtfeilen (100: b5)

Asche. (1) Grundstoff zur Herstellung der Kapelle.
WiNic: las dan den aschen trukchen werden (596: 32); reyb den aschen under den henden (596: 33); zway tail aschen und ain tail geprant weins (596: 34).
Siehe auch: rebaschn

Asche. (2) ?
WiMR: das es [das gelt] in der pfann nicht zuuall vnd des aschn nicht zuuil an sich nemb (12: 1).

Asper. Eigentlich Silbermünze der Komnenen von Trapezunt, 13.-15. Jh. (Schrötter 42); hier wohl allgemein für türkische Münze (Grimm 1, 587, s. v. Asperlein)?
PrInv: ein golten Asperl (21: 22).

aufgangen, siehe: Aufgehen

Aufgehen. ?
JoInv: Die Güestügel sein aufgangen (28: 10).

aufgeworfen, siehe: Aufwerfen

aufgezelent, siehe: Aufzählen

Aufgrundt. Am Boden zusammengekehrte Silberabfälle?
PrInv: Mer an Silberschrotten, Aufgrundt und Zisalyen (20: 44); Mer ein Kürndt, vo iren Aufgrundtn (21: 8).

Aufhebtisch. Tisch, der nach dem Mahl beiseite gestellt wird (Grimm 1, 664, Nr. 3).
PrInv: 2 Aufhebtischl (24: 24).

Aufhelfen. Einem Guß aufhelfen, d. h. einen zu schlechten Guß durch einen besseren ausgleichen (vgl. Grimm 1, 668; hier jedoch nur gegenüber Lebewesen).
WiMR: das er dem guß mit ainem andern guß sol auffhelffen der vmb drey marck reicher sey (9: 15) (und: 9: 22).

Aufmachen. ?
EnsInv: 54 eisnen nögel zu den durchdruckhen aufzumachen pro 4 k (98: 30)

Aufschlagen. Aufschneiden (Grimm 1, 723, 7).
KrInv: Ain eisne gabl zum flaisch aufschlagen (217: 19)

Aufsperren. (Grimm 1, 742).
WiMR: Darumb mus er [der wirt] In [den hausgenossen] des Nachts das thor aufspern wann sie kumen (6: 32).

Aufwechsel. Differenz zwischen Nennwert und Kurswert von Münzen: Agio, Disagio (Matzel etc. 317)

aufwegen, siehe: Aufwiegen

Aufwerfen. In Umlauf bringen.
WiNic: newe münss hat der künig von Ungern lassen slachen und aufgeworfen in seinem land, die haissent ducatn (598: 25).

Aufwiegen. Wiegen. Aufziehen und Wiegen (vgl. Grimm 1, 779, hier nicht treffend)
WiMR: vnd als offt die werck aufwegen (10: 26) (und: 10: 27).

Aufzahl. Zunächst die Ausbringung, die Anzahl der Münzen einer Sorte, die auf das Grundgewicht gehen (Schrötter 51 s. v. Ausbringung); hier der Vorgang der Überprüfung der Ausbringung durch Münzmeister und Anwalt.
WiMR: wann der muntzmaister an der auffzal sitzt (5: 28); pey derselben aufzal geyt der muntzmaister dem anwalt 32 pfennig in ein puchßlein (6: 10); die aufzal marck zu der muntz sol haben an der wag 10 lot vnnd was der pfennig da entgegen gewegen werden an der aufzal der sullen seyn (7: 34, 35); er [der anwalt] sol auch sitzen bey dem muntzmaister an der aufzal das die recht gehanndelt werd (10: 31) (und: 6: 14; 7: 32; 8: 9; 9: 38; 10: 6).

Aufzählen. Der Vorgang der Prüfung des Durchschnitts-Rauhgewichts neuer Schrötlinge: ein halbes Zählpfund auf jede Waagschale, dann Prüfung der zwei halben Pfund zusammen gegenüber dem Gewicht „Leon“
RVerM: [die pfenning] dann aber versuchen mit dem aufzelen (96, §3: 6); wenn die münzmeister dem hausgenossen also drey stund aufgezelent und gewegen haben (96, §4: 1) (und: 96, §6: 1).
WiMR: wann der anwalt mit dem korn aufzalt (7: 37).

aufzalt, siehe: Aufzählen

aufzelen, siehe: Aufzählen

Aufziehen. Anheben der Waage, so daß die Waagschalen frei hängen und das Ergebnis ablesbar wird (vgl. Leupold 31 ff, Tf. VIII).
RVerM: man sol die wag aufziehen (96, §3: 2).
WiMR: die marck auffzihen vnd zelen (5: 29); So zeucht der anwalt das korn auff (8: 23).
EnsInv: zwen aufzig zum gelt aufziehen (99: 43)

Aufzieher. Der für das Wiegen zuständige, der die zunächst fixierte Waage aufzieht, so daß die Waagschalen frei hängen.
BayR: dem aufzieher I. dn (41: a23); den vier ambtleuten, versucher, aufzieher, eysengraber, präger IIII. dn (41: b4)

Aufziehnagel? Nagel für das Aufziehen einer Waage?
JoInv: 5 kleine aufznegel aufn Seinbs in Lauter (30: 30).

Aufziehung. Wiegen durch das Aufziehen der Waage, so daß sie - frei hängend - das Ergebnis anzeigt (vgl. Leupold 31 ff, Tf. VIII).
JoInv: 2 Marckhwagen zu Aufziehung der Gelder (29: 27).

Aufziehwaage. Waage, die durch das Aufziehen frei hängt und somit das Ergebnis anzeigt (Agricola 230, Anm. 61; vgl. Leupold 31 ff, Tf. VIII).
JoInv: 1 Aufziehwag in einer Schachtel (30: 41).

aufzig, siehe: Aufzug

aufznegel, siehe: Aufziehnagel

Aufzug. Vorrichtung zum Aufziehen der Waage, damit die Waagschalen frei hängen.
EnsInv: zwen aufzig zum gelt aufziehen (99: 43)
JoInv: 1 Mesinger aufzueg zu einer Marckwag (30: 29)

aufzumachen, siehe: Aufmachen

Ausbrechen. Illegales Aussortieren.
RVerM: wo man pfenning auspricht und ausliset (99, §25: 1).
Vgl. auch: Ausbruch

Ausbruch. Illegales Aussortieren.
WiMR: Sie sullen auch chain auspruch nicht thun weder auß pfennig noch auß helbling die geringen auß den sweren (11: 29).
Vgl. auch: Ausbrechen

Ausgaben.
PrInv: Dise Posten di bringt der [...] Münczmaister in sainer Raittung noch in Aussgab (20: 30).

Ausgeben. (1) In Umlauf bringen von Geld.
WiMR: er sol es vngeuarlich an dem wechssel ausgebn (11: 9); Sie sullen auch khain plos gelt nicht außgeben (12: 3); es sol vngeuarlich außgebn wern (15: 21).

Ausgeben. (2) Herausgabe der Prägestempel durch den Eisenhüter (Grimm 1, 866, Nr. 3).
WiMR: mit einnemen vnd außgeben [der Eysen durch den Eysenhuter] (12: 28).

Ausgeben. (3) Zahlen von Geld (Grimm 1, 867, Nr. 6).
WiMR: das ist in des außgeben des lon geraitt (14: 26).

ausgesaigt, siehe: Ausseigern

Ausgießen.
JoInv: 2 Plach mit Buckeln darin man die Proben ausgüest (29: 65).

Auslegung.
WiNic: Vermerkcht auslegung der mödel zu aynem guss (600: 16).

Auslesen. Illegales Aussortieren übergewichtiger Pfennige aus dem Geldumlauf (vgl. Grimm 1, 909, Nr. 1)..
RVerM: wo man pfenning auspricht und ausliset (99, §25: 2).

ausliset, siehe: Auslesen

auspricht, siehe: Ausbrechen

aussaig-, siehe: Ausseigern

Ausschlaghammer. Hammer zum Ausschlagen (Ausschlichten, dünn schlagen) des Zains?
PrInv: 1 Ausschlaghamer (23: 26).

Ausschlagmeißel. Meißel zum (was?) Ausschlagen? (vgl. Agricola 420 Abb.).
PrInv: Etliche Ausschlagmaissel zu silber und Golt (23: 32).
JoInv: 10 eiserne Ausschlagmeissel (30: 20).

Ausseigern. Mit dem Seiger überdurchschnittlich schwere Pfennige aussortieren (vgl. Grimm 1, 968, hier nicht treffend, und 16, 202 s. v. Seigern).
RVerM: was man ir [der pfenning] aussaiget, die sullen die münzmeister schroten (96, §4: 3); pfenning [...], die er ausgesaigt hat mit dem saiger (100, §27: 2).
WiMR: das gelt nicht aussaigen das ring an den wechssel das schwer an den tegl (11: 8) (und: 15: 19).

Aussgab, siehe: Ausgaben

Aussperren.
Siehe: Sperren

Ausszeln, siehe: Auszählen

Austeilung. Vorbereitung der Münzen, die durch Probierung auf ihr Korn untersucht werden sollen.
WiMR: das die außtailung der muntz zu dem korn recht gewegen werde (10: 32); wenn die austailung zu dem korn geschicht (12: 22); Nota die austaillung wann man muntz versuchen will auff der Capellen (16: 20).

Auswiegen. Wiegen.
WiNic: man wigt zwain maistrn aus (595: 2); wigt man den setzmaistr aus (595: 14).

Auszählen. Geld zählen auf dem Zählbrett (Grimm 1, 1022, Nr. 1). Vgl. auch: Fassholz.
PrInv: 1 Hulczern Tafel zum gelt Ausszeln (22: 35).

Axt. Werkzeug mit Schneide, um Metall zu spalten (Grimm 1, 1046).
BudInv: 1 Hackhen oder Ax (25: 49)

ayndliftentail, siehe: Elftel

 

 

Münztechnik und Münzverwaltung in Spätmittelalter und früher Neuzeit: Übersicht