Numismatisches Kolloquium SS 2005

 

Typologie der  Münzfunde

 

Intentional verborgenes Ensemble, das als Wertreserve zusammengetragen (Sparhort) oder dem Münzumlauf entnommen wird (Zirkulationshort); meist Auslese von höherwertigen, gutgewichtigen oder besser erhaltenen Stücken; kleine bis sehr grosse Stückzahlen von Münzen (ca. 5 bis 15‘000 Ex.).

 

Intentional deponiertes Ensemble oder Einzelmünze, häufig mit Weihecharakter oder Schutzcharakter (z.B. Bauopfer, Grabbeigabe).

 

Verlorenes Ensemble, dessen Zusammensetzung einen Ausschnitt aus dem aktuellen Münzumlauf bietet; meist kleinere Werte und kleinere Stückzahlen (bis etwa 30 Ex.).

 

Einzeln verlorene Münze; meist von geringem Wert (aber auch Gold möglich).

 

Agglomeration von Einzelfunden aus einer Fundstelle (z.B. einer Kirche); meist kleine Werte und manchmal grosse Stückzahlen (250–2000 Ex.).

 

 

Zur Klassifizierung von Münzfunden

 

– Philip Grierson, The interpretation of coin finds, Numismatic Chronicle 7th series, 5, 1965, S. i–xiii; 7th series, 6, S. i–xv.

Die wohl besten systematischen Überlegungen zur Klassifizierung der verschiedenen Münzfund-Typen.

– Hans-Christoph Noeske, Bemerkungen zur Problematik der Siedlungsfunde, in: Studien zu Fundmünzen der Antike, Bd. 1, Berlin 1979, S. 157–165.

Wichtiger Beitrag zur Frage der Überlieferungschancen und –grenzen von Münzfunden aus Siedlungsgrabungen.

 

 

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