Universität Zürich, Sommersemester 2003
Numismatisches Kolloquium:
«Neues Geld – Gold und Silber im
13.–16. Jahrhundert»
Das Kolloquium vermittelt in einem ersten Teil eine Einführung in Quellen, Methoden und aktuelle Forschungsfragen der spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Münz- und Geldgeschichte Mitteleuropas im Kontext der Wirtschafts- und Landesgeschichte.
In einem zweiten Teil werden wichtige Aspekte des Aufkommens und der Verwendung von grösseren Silber- und von Goldmünzen im 13.–16. Jahrhundert behandelt. Im Vordergrund stehen einerseits die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Einführung und Verwendung neuer Münznominale wie des Groschens und des Guldens, andererseits damit verbundene Auswirkungen. Dazu gehören die Monetarisierung der wirtschaftlich-sozialen Beziehungen, die Herausbildung neuer Strukturen im Münzumlauf und Geldwesen (Währungsgeflecht, Währungsdifferenzierung), die Anpassung der Produktion von Münzgeld (Ausweitung der Münzprägung, Prägetechnik) und Ansätze zu einer regionalen Münzpolitik (Münzverträge).
Da nicht allein auf die rein münzgeschichtliche Perspektive abgestellt wird, ergeben sich Verknüpfungen des Themas mit Aspekten der Wirtschafts- und Sozialgeschichte, der Landes- und der Technikgeschichte sowie kulturgeschichtlichen Ansätzen.
Der Zugang zu den Themen geschieht einerseits über die Lektüre wichtiger Literatur, andererseits aber mit Hilfe von Schriftquellen und des spezifisch numismatischen Quellenmaterials der Münzen. Dafür sind vier auswärtige Sitzungen im Münzkabinett der Stadt Winterthur und eine Sitzung im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich vorgesehen.
Literaturhinweise: Peter Spufford, Money and its use in Medieval Europe, Cambridge 1988; Michael North, Das Geld und seine Geschichte. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, München 1994; Alan M. Stahl, Zecca: The mint of Venice in the Middle Ages, Baltimore/London 2000.