Universität Zürich, Herbstsemester 2008
Numismatisches Kolloquium:
Numismatisches Kolloquium: Münzprägung und Geldumlauf im Hellenismus (ca. 336-30 v. Chr.)
Der Hellenismus war eine Zeit des Umbruchs. Mit dem riesigen Reich Alexanders des Grossen und seiner Nachfolger entstehen grössere Hegemonien, welche Gebiete und Herrschaften älterer Stadtstaaten überlagern. Wie organisieren die neuen Herrscher die Münzprägung und wieweit greifen sie dabei auf ältere Traditionen zurück? Wie stellen sie sich selbst und ihr Regierungsprogramm zur Schau? Wie wurde das Geld zur Finanzierung von Mlitärkampagnen, bei grossen Transaktionen und bei täglichen Geschäften benutzt? Wieweit überschneiden sich die Umlaufgebiete von Edelmetall- und Bronzemünzen? Welches sind die Neuerungen der hellenistischen Münzproduktion und –verbreitung im Vergleich zu älteren Geldsystemen? Wieweit beeinflussen die Neuerungen die Münzprägung Roms? Diese und andere Fragen stehen im Zentrum des Kolloquiums.
Das Kolloquium bietet gleichzeitig eine Einführung in die Münz- und Geldgeschichte der Antike. Am Beispiel des gewählten Themas werden die Studierenden auch mit Methoden und aktuellen Forschungsschwerpunkten der Numismatik vertraut gemacht; dazu gehört ein quellenkundlicher Teil, der anhand von Gipsabgüssen und Originalen die Münzen selbst behandelt. Es sind deshalb mehrere Sitzungen im Münzkabinett der Stadt Winterthur vorgesehen.
Literaturhinweise:
Christopher Howgego, Ancient History from coins, London/New York 1995, bes. S. 48-57, 88-100 und 113-115. (deutsch: Geld in der Antiken Welt : was Münzen über Geschichte verraten, Stuttgart 2005); Georges Le Rider, Alexandre. Monnaie, finances et politiques, Paris, 2003; Christof Boehringer, Zur Chronologie mittelhellenischer Münzserien 220-160 v. Chr. (Antike Münzen und geschnittene Steine V), Berlin 1972.