Austria, GermanySwitzerland, France
Home
About us
What we do
Taormina 2015
Glasgow 2009
Articles
Documents
Travel Grants
Coin Cabinets
Exhibitions 2011
Exhibitions 2012
Online Databases
Job Offers
Contact
Links
 

 
 

Austria


Wien
Kunsthistorisches Museum, Münzkabinett


Glanz des Hauses Habsburg
(29. November 2011 bis 30. November 2012)

Die Sonderausstellung gibt einen Überblick über die gesamte Medaillenkunst Europas von der Entstehung dieses Mediums in der Renaissance bis in die Gegenwart. In den auf die Sammelleidenschaft der Habsburger zurückgehenden historischen Beständen des Münzkabinetts im Kunsthistorischen Museum ist ein Großteil aller Meisterwerke auf diesem Gebiet enthalten. Die habsburgische Medaille setzt mit Kaiser Friedrich III. (reg. 1452–1493) ein und ist von da an durchgehend bis zum Ende der Monarchie ein wichtiges Medium herrscherlicher Repräsentation. Als prunkvolle Porträt- und Schaustücke eigneten sich Medaillen gleich dem Tafelbild in idealer Weise dafür, Persönlichkeit und Programm der Dargestellten zu vermitteln. Neben ihrem rein künstlerischen Aspekt bilden sie daher eine wertvolle historische Quelle und geben zugleich Zeugnis vom Selbstverständnis ihrer Auftraggeber. Gezeigt werden nunmehr insgesamt 250 Medaillen, wobei sich die Auswahl auf die als Kaiser regierenden Habsburger konzentriert. Es werden die bedeutendsten Medailleure herausgestellt und die Entwicklung sowie das breite thematische Spektrum der habsburgischen Medaille dokumentiert. Besonders hervorzuheben ist der über fünf Jahrhunderte gewachsene Bestand an Prunkmedaillen. Sie wurden meist dem Herrscher gewidmet, woraus sich ihre Einmaligkeit ergibt, die für diesen Zweck erforderlich war.                                                                               Heinz Winter

Heinz Winter, Glanz des Hauses Habsburg. Die habsburgische Medaille im Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums. Kataloge der Medaillensammlung 1 = Sammlungskataloge des Kunsthistorischen Museums 5), mit einem Beitrag von Karl Schütz (Wien 2009) 167 Seiten. ISBN 978-3-85497-152-8.   € 24,90.-





Berlin
Staatliche Museen im Bode-Museum auf der Berliner Museumsinsel, Münzkabinett

Für 8 Groschen ist’s genug. Friedrich der Große in seinen Münzen und Medaillen
(24. Januar bis 14. Oktober 2012)

„Für 8 Groschen ist’s heute genug“ soll Friedrich der Große zur Antwort erhalten haben als er am Abend der Schlacht von Kolin (18.6.1757) die Truppe mit den motivierenden Worten „Ihr Racker, wollt Ihr ewig leben?“ zum erneuten Angriff bewegen wollte. Acht Groschen erhielt der gemeine Soldat in der Armee Friedrichs alle fünf Tage ausgezahlt. Das waren zwei Taler im Monat (1 Taler = 24 Groschen). Davon ging noch einiges für Verpflegung und Montur ab, so dass nicht alle Tage dafür Heldentaten erwartet werden konnten.
Armee und Finanzen waren die zentralen Themen Friedrichs des Großen. Als Feldherr und Finanzminister konnten ihm wenige das Wasser reichen. Ab 1750 reorganisierte er das preußische Münzwesen und schuf einen neuen Reichstaler. Rigoros setzte er im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) seine neuen Regeln außer Kraft und trieb über eine rabiate Münzverschlechterung einen großen Teil der Kriegskosten ein. Ebenso rigoros stellte er nach Kriegsende das Geldwesen wieder auf gesunde Grundlagen. Friedrich war der einzige Monarch Europas, der bei seinem Tod nicht nur schuldenfrei war, sondern sogar einen beachtlichen Staatsschatz hinterließ. Seine Münzen bilden aufschlussreiche Zeugnisse seiner 46-jährigen Regierung und vermittelten den Untertanen das Bildnis ihres Königs vom jungen Friedrich bis zum Alten Fritz. Die mit seinem Bildnis ausgegebenen Staatsmedaillen waren dagegen an herausgehobene Empfänger gerichtet und dokumentieren gezielt die Taten seiner Regierung. Seine militärischen Erfolge nehmen dabei einen wichtigen Platz ein, doch sind auch gesetzgeberische Maßnahmen und durch Friedrich errichtete Bauwerke auf den Medaillen verewigt. Durch seine Popularität war Friedrich bereits zu Lebzeiten ein Thema kommerziellen Medaillenschaffens, und der Mythos Friedrich setzt sich mit Gedenkmünzen und Medaillen bis in die Gegenwart fort.
                                                                               Bernd Kluge

Bernd Kluge und Elke Bannicke, Für 8 Groschen ist’s genug. Friedrich der Große in seinen Münzen und Medaillen (Berlin 2012). 144 Seiten.
ISBN 978-3-88609-720-3. – € 14,90.-




Dresden
Staatliche Kunstsammlungen, Münzkabinett

Statthalter, Rebellen, Könige. Die Münzen aus Persepolis von Alexander dem Großen zu den Sasaniden
(31. März bis 4. November 2012)

Das Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zeigt im Hausmannsturm des Residenzschlosses die Ausstellung „Statthalter, Rebellen, Könige. Die Münzen aus Persepolis von Alexander dem Großen zu den Sasaniden“. Die von der Staatlichen Münzsammlung München übernommene Ausstellung präsentiert nahezu 200 Münzen der regionalen Herrscher des iranischen Kernlandes, der Landschaft Persis (die heutige Provinz Fars) um das antike Persepolis vom 3. vorchristlichen bis zum frühen 3. nachchristlichen Jahrhundert. Die Persis, das Kernland des Iran, wurde 331 v. Chr. von Alexander dem Großen erobert. Im Mai 330 ließ Alexander in dem großartigen Palast der Perserkönige in Persepolis Feuer legen. Die Quellen erwähnen die Persis für die folgenden Jahre noch ein paar Mal, dann versinkt die Landschaft in den sogenannten „dunklen Jahrhunderten“, für die wir fast keine Nachrichten haben – bis auf die Münzen. Diese Zeit dauerte fast genau 500 Jahre. Seit etwa 280 v. Chr. wurde die Persis von eigenen Fürsten regiert, die uns bis auf wenige Ausnahmen nur durch ihre Münzen bekannt sind. 31 Fürsten haben uns ihre Münzen hinterlassen, nur der dritte von ihnen und die letzten beiden sind auch aus der Geschichtsschreibung bekannt. Diese Herrscher waren, wie der Titel der Ausstellung besagt, zunächst Statthalter für ihre Oberherren, die Könige der Seleukiden, dann Rebellen – die Münzen zeigen, dass sie gegen ihre Herren rebellierten und gegen sie Krieg führten – und schließlich Könige, wenn auch unter der Oberhoheit des Großkönigs der Parther.
Das von Dietrich O. A. Klose und Wilhelm Müseler verfasste Begleitbuch zur Ausstellung enthält eine ausführliche wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Münzen. Dazu sind alle Stücke beschrieben und abgebildet. Hinzu kommt eine Reihe ausgewählter Farbfotos.                                                     Dietrich O. A. Klose


Switzerland


Münzkabinett und Antikensammlung der Stadt Winterthur

Götter, Menschen und das Geld der Griechen
(5. November 2011 bis 27. Mai 2012)

Das heutige Griechenland steht am Rand eines Staatsbankrotts, der durch exzessive Geldschulden und einen aufgeblähten Staatsapparat entstanden ist. Im antiken Griechenland wurde aber das Münzgeld erfunden. Es hatte, anders als heutige Währungen, durch sein Material, nämlich Gold, Silber und Bronze, einen beständigen Wert und war zudem ästhetisch ansprechender als die Euro-Münzen unserer Zeit. Die ersten Münzen entstanden gegen Ende des 7. Jahrhunderts v.Chr. im westlichen Kleinasien. Die neue Idee eines normierten, staatlich garantierten Zahlungsmittels wurde bald in der ganzen griechischen Welt übernommen. Man erkannte, dass Münzen ein ideales Zahlungsmittel waren und es erlaubten, auf einfache Weise Vermögen zu bilden. Münzen wurden so zum ersten Massenkommunikationsmittel der Geschichte. Die reiche Bildersprache der griechischen Münzen gibt vielfältige Einblicke in die religiöse Vorstellungswelt des antiken Menschen sowie in die Fauna und Flora des Mittelmeergebiets, die Teil der Lebensgrundlage der Griechen war. Die Münzen erzählen die Geschichten der Götter, der Halbgötter, der Helden und der Mythen, in denen sie spielten und die für die griechische Vorstellungswelt so wichtig waren. Die Münzbilder schufen und bestärkten die Identität der griechischen Stadtstaaten und Reiche. Sie bezeugen aber auch die eindrucksvollen Fähigkeiten der Stempelschneider, die zu den herausragenden Künstlern ihrer Zeit zählten. Die Ausstellung ist eine Gemeinschaftsproduktion des Münzkabinetts der Stadt Winterthur mit dem Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums Wien aus Anlass des 150-Jahr-Jubiläums des Winterthurer Münzkabinetts. Sie vereinigt einige der schönsten und kostbarsten griechischen Münzen beider Sammlungen. Götter, Mythen und die Lebenswelt der Griechen wurden nicht nur auf Münzen, sondern auch in der Vasenmalerei auf vielfältigste Weise dargestellt. Aus der zum Münzkabinett gehörenden Antikensammlung sind daher einige bedeutende Keramik- und Bronzegefäße zusammengestellt und mit herausragenden Münzen konfrontiert, die zumeist aus dem Besitz von Friedrich Imhoof-Blumer stammen. Zur Ausstellung ist ein reich bebilderter Ausstellungskatalog mit verschiedenen Beiträgen zu den ausgestellten Themen erschienen. Außerdem begleitet ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Führungen und Workshops für Schulen die Ausstellung in Winterthur. Aktuelle Informationen: www.muenzkabinett.ch.
                                                                                   Benedikt Zäch

Michael Alram, Klaus Vondrovec, Ulrich Werz und Benedikt Zäch, Götter, Menschen und das Geld der Griechen, Wien und Winterthur 2011, 160 Seiten, ca. 330 Abb., Karten. ISBN 978-3-907047-1. – CHF 36.- (in der Ausstellung CHF 30.-).

 
     
Top