Fundregesten
Hier finden sich Kurzinformationen zu Münzhortfunden, die im Rahmen von Sitzungen des Arbeitskreises vorgestellt wurden. Die Angaben basieren auf den Unterlagen der jeweiligen Bearbeiterinnen und Bearbeiter, die im Fussteil des Regests vermerkt sind. Sie können für weitere Informationen über die angegebene e-mail-Adresse kontaktiert werden.
Seit 2002 vorgestellte Münzhorte (chronologisch geordnet)
(Stand 19. September 2007; die Liste ist nicht vollständig.)
Lenz / Lantsch GR, Kapelle St. Cassian, 1962
Fundumstände: Bei den Ausgrabungen in der Kapelle wurden am 10. August 1962 in einem vermoderten Geldbeutel unter dem rechten Beckenknochen 23 Münzen geborgen.
Anzahl: 23 Münzen., 23 Ex. erfasst.
Behältnis: Geldbeutel (vermodert).
Aufbewahrungsort: Rätisches Museum, Chur, Inv.Nr. M 1962,21–43.
Weitere Funde: Fünf Einzelfunde von Münzen während der Grabung 1962–1963.
Literatur: SM 13, 1963, S. 27 und S. 52. – SM 20, 1970, S. 123 (U. Friedländer). – Schärli 1984, S. 229 Nr. 15. – Michael Matzke und José Diaz Tabernero, Eine Börse mit mailändischen Denaren des 12. Jahrhunderts aus Lent/Lantsch GR, Kapelle St. Cassian, SNR 83, 2004, S. 125–140.
Publikation: Michael Matzke und José Diaz Tabernero, Eine Börse mit mailändischen Denaren des 12. Jahrhunderts aus Lent/Lantsch GR, Kapelle St. Cassian, SNR 83, 2004, S. 125–140.
Übersicht über die Münztypen:
| Typen-Nr. | Münzherrschaft | Nominal | Datierung | Anzahl |
| 1 | Mailand, Reichsmünzstätte / Comune | Denaro scodellato | 1039-1125 | 23 |
Bearbeiter / Kontaktpersonen: Michael Matzke (Basel): michael.matzke(at)bs.ch; José Diaz Tabernero (Zürich): jose.diaz(at)fundmuenzen.ch
Winterthur ZH, Haldengut-Areal, 1930
Fundumstände: Bei Bauarbeiten entdeckt.
Anzahl: ca. 2770 Münzen, ca. 2755 Ex. erfasst
Behältnis: Keramikgefäss mit Deckel; der runde Deckel ist ein Hohlmass.
Aufbewahrungsorte: Münzkabinett der Stadt Winterthur (2751 Ex.); Münzkabinett, Historisches Museum Basel (2 Ex.); Privatbesitz (einzelne Ex.)
Weitere Funde: Keine.
Literatur: Adolph Engeli, Der Münzfund von Winterthur, SNR 25, 1931, S. 206–212. – Gustav Braun von Stumm, Über das ältere Zofinger Münzwesen, SNR 34, 1948/49, S. 28–58.
Bearbeitung durch Max Blaschegg und Benedikt Zäch im Gange.
Bearbeiter / Kontaktperson: Max Blaschegg (Meilen): max.blaschegg(at)bluewin.ch; Benedikt Zäch (Winterthur): benedikt.zaech(at)bluewin.ch
Porrentruy, Rue Trouvailles 11, 1990
Fundumstände: Gefunden am 11. Februar 1990 beim Abgraben des Kellerbodens.
Anzahl: 1185 Münzen, 1185 Ex. erfasst
Behältnis: keines.
Aufbewahrungsort: Office de patrimoine historique du Canton du Jura, Porrentruy
Weitere Funde: keine
Literatur: Unpubliziert. – Vgl. François Schifferdecker, Les trésors monétaires, Jurassica 4, 1990, p. 51–52. – Beatrice Schärli, Der spätmittelalterliche Münzschatzfund von Pruntrut (Kanton Jura) aus dem Jahr 1990, vergraben um 1425(?): Vorbericht, SM 42, 1992, S. 64–65. – Hans-Ulrich Geiger, Intervention urgente requise: le trésor de Porrentruy (JU), SAGW / ASSHS, Rapport annuel / Jahresbericht 1994 (1995), p. 202.
Publikation in Vorbereitung (in der Reihe «IFS»).
Bearbeiter / Kontaktperson: Lorenzo Fedel (Affoltern a.A.)
Aesch BL, «Käppeli», 2000
Fundumstände: Grabung Juni 2000 im so genannten «Käppeli», einer kleine Wegkapelle am Nordausgang von Aesch (Kt. Basel-Landschaft). Börse durch organische Reste belegt; diese wohl an einem Wegkreuz deponiert, das vor der Kapelle an dieser Stelle stand.
Anzahl:25 Münzen und 1 Rechenpfennig, 26 Ex. erfasst.
Behältnis:Textil und Spanschachtel? (vermodert).
Aufbewahrungsort:Kantonsarchäologie Basel-Landschaft, Liestal.
Weitere Funde:21 Münzen 19.-20. Jh., davon 18 Ex. Schweizerische Eidgenossenschaft (Opfergeld aus Wegkapelle).
Publikation: Rahel C. Ackermann und Reto Marti, Eine Börse aus Aesch BL um 1500, SNR 84, 2005, S. 169–188.
Übersicht über die Münztypen des Rappenmünzbundes:
| Typen-Nr. | Münzherrschaft | Nominal | Datierung | Anzahl |
| 1 | Basel | Stebler | nach 1425 | 10 |
| 2 | Freiburg i.Br. | Pfennig/Stebler | nach 1403 | 1 |
| 3 | Freiburg i.Br. | Stebler | nach 1425 | 2 |
| 4 | Freiburg i.Br. | Rappen | nach 1498 | 1 |
| 5 | Freiburg i.Br. | Stebler | nach 1498 | 1 |
| 6 | Breisach | Rappen | nach 1425 | 1 |
| 7 | Thann | Rappen | nach 1480 | 1 |
| 8 | Thann | Stebler | nach 1480 | 1 |
Weitere Münzen
– Zürich, Abtei Fraumünster, Pfennig, um 1377 (Hürlimann S. 156 Nr. 69).
– Freiburg i. Üe., Stadt, Maille / halber Denier, 1446 (Morard - Cahn - Villard S. 156 Nr. 10).
– Metz, Stadt, Angevine / Vierteldenier, nach 1456 (Engel - Serrure S. 1057 Nr. 1629; Wendling, Lothringen S. 27 Typ II/F/a/3, Taf. 42).
– Pfälzisch-bayerischer Raum, unbestimmte Münzherrschaft, Pfennig, 15. Jh. (Weckenschild in Perlkreis, darüber unleserliches Beizeichen [?]).
– Hessen, Landgrafschaft, Heinrich III. (1458-1483), Marburg, Pfennig, 1458-1483 (Hoffmeister I, S. 40 Nr. 127, Tf. I).
– Jülich-Berg, Herzogtum, Wilhelm IV. (1475-1511)? Pfennig, 1475-1511 (H. Buchenau, Untersuchungen zu den spätmittelalterlichen Münzreihen von Pfalz, Mainz usw., Blätter für Münzfreunde 60, 1925, S. 296, Nr. 155a, Tf. 299, Nr. 12).
– vier Fragmente einseitiger Münzen
Rechenpfennig
– Nürnberg, anonymer Rechenpfennighersteller, Rechenpfennig nach Würzburger Typ? Mitte 15.-Anfang 16. Jh. (vgl. Mitchiner I, S. 338-339, Nr. 1006-1009; A. Koenig, Die Nürnberger Rechenpfennigschlager. MBNG 53, 1935, S. 4–16; S. 6). Gelocht, in zwei Fragmenten.
Bearbeiterin / Kontaktperson: Rahel C. Ackermann (Bern): rahel.ackermann(at)fundmuenzen.ch
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